Altes Land, die größte zusammenhängende Obst-produzierende Region in Mitteleuropa

Samstag, 28. September 2013 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein

Steinkirchen © Christoph Matthias Siebenborn/cc-by-sa-3.0

Steinkirchen © Christoph Matthias Siebenborn/cc-by-sa-3.0

Das Alte Land ist ein Teil der Elbmarsch südlich der Elbe in Hamburg und in Niedersachsen. Es umfasst die Gemeinde Jork, die Samtgemeinde Lühe und den Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke in Niedersachsen sowie die Hamburger Stadtteile Neuenfelde, Cranz und Francop.

Im Jahre 2012 nominierte das Land Niedersachsen die Kulturlandschaft Altes Land für die deutsche Tentativliste bei zukünftigen UNESCO-Welterbeanträgen. Weitere Entscheidungen über den Erfolg der Bewerbung fallen 2013 durch die Kultusministerkonferenz und frühestens ab dem Jahre 2017 durch die UNESCO.

Der Name Altes Land hat nichts mit “alt” zu tun, sondern weist auf die Besiedlungsgeschichte hin. Auf Plattdeutsch heißt das Gebiet Olland (hochd. “Altland”). Dieser Name geht auf die Kolonisierung durch niederländische Kolonisten zwischen 1130 und 1230 zurück. Auch der Name der Altländer Gemeinde Hollern geht auf die Holländer zurück. Seit 1993 erinnert ein Denkmal vor der St.-Martini-et-Nicolai-Kirche in Steinkirchen an den in der ersten Kolonisationsurkunde holländischer Siedler im Elbe-Weser-Dreieck von um 1113 genannten Priester Heinrich.

Museum Altes Land © Morn the Gorn/cc-by-sa-3.0 Jork © Deenee/cc-by-sa-3.0 Harvest of apples in Rübke © GeorgHH Apple farm in Rübke © GeorgHH 'Welcome to Altes Land' sign in Francop © GeorgHH Steinkirchen © Christoph Matthias Siebenborn/cc-by-sa-3.0
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Steinkirchen © Christoph Matthias Siebenborn/cc-by-sa-3.0
Begründet wurde die Kandidatur des Alten Landes damit, dass die Landschaft ein herausragendes Beispiel einer hochmittelalterlichen Kolonisation durch Entwässerung des Sumpflandes durch holländische Siedler sei. Die damals angelegten linearen Strukturen der Landschaft seien gut erhalten und die zugehörigen Siedlungsstrukturen werden durch einen reichen und dichten bäuerlichen Gebäudebestand ergänzt. Auch der heute vorherrschende Obstanbau weist eine Kontinuität seit dem späten Mittelalter auf. Erfolgsaussichten bei der Kandidatur erhofft sich das Land Niedersachsen dadurch, dass das Alte Land zu den unterrepräsentierten Kategorien der Kulturlandschaften und der bäuerlichen Architektur innerhalb des Welterbes gehöre.

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Obstanbau an der Niederelbe im Stadtbuch von Stade, wo am 25. März 1312 von einem innerhalb der Stadt gelegenen Pomarium (Obstgarten) der Herren des Klosters Sankt Georg die Rede ist. Im 17. Jahrhundert wurde bereits auf 200 ha Obst angebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Obstbau zur dominierenden Nutzung im Raum und beherrscht somit seit über 150 Jahren das Gebiet. Heute reifen auf 10.700 ha Äpfel, Kirschen, Birnen usw. 77 Prozent der Obstbäume im Obstbaugebiet Altes Land sind Äpfel und 12,7 Prozent Kirschen.

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