Alinghi

Freitag, 1. April 2022 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Sport, Superyachten, Yacht des Monats
Lesedauer:  6 Minuten

Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com - Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0

Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com – Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0

Alinghi ist der Name einer Schweizer Yacht, die im Jahr 2003 als erstes europäisches Schiff den renommierten America’s Cup gewann. Im Jahre 2007 wurde die Trophäe erfolgreich verteidigt. Alinghi ist ein selbst kreierter Name seines Gründers und Besitzers Ernesto Bertarelli und seiner Schwester, als sie noch Kinder waren. Alle Boote, die Bertarelli seither besass, trugen diesen Namen. Er ist ein Schweizer Unternehmer der Biotechnologiebranche aus Genf mit italienischen Wurzeln. Vor dem America’s Cup nahm Ernesto Bertarelli mit kleineren Yachten an Regatten teil. Alinghi hat seine Heimbasis in der Schweiz und segelt unter der Flagge der Société Nautique de Genève. Die Hauptsponsoren sind die UBS und BT Infonet. Co-Sponsoren sind Audemars Piguet, SGS, Nespresso, MSC Cruises und North Sails. 2003 und 2007 wurde das Team Alinghi mit dem Preis Schweizer Sportler des Jahres in der Kategorie “Team des Jahres” ausgezeichnet. Am 1. Dezember 2004 wurde das Team zudem mit der “Olympischen Trophäe” ausgezeichnet.

Teilnahme 2003: Die Yacht von 2003 wurde in Zusammenarbeit mit der EPFL entworfen. Diese Zusammenarbeit wurde auch auf den America’s Cup von 2007 ausgedehnt. Nach eigenen Angaben gewann das Alinghi-Team auch dank des äußerst leichten Spinnakerstoffes, welcher in Neu St. Johann von der Firma Meyer-Mayor entwickelt und hergestellt wurde. Das spezifische Gewicht des Spinnakers beträgt 27 g/m², was etwa einem Drittel des Gewichtes von Toilettenpapier entspricht. Bertarelli gelang es, den seinerzeit erfolgreichsten Skipper an Bord zu holen: Russell Coutts, der den America’s Cup schon 1995 und 2000 für Neuseeland gewonnen hatte. Diese Abwerbung rief in Neuseeland Unmut hervor. Zusammen mit Russell Coutts kamen weitere wichtige neuseeländische Segler zum Alinghi-Team wie z.B. der Taktiker Brad Butterworth. Bertarelli selbst war in allen Rennen als Navigator tätig. Sportdirektor war der deutsche Olympiasieger Jochen Schümann. In der Schweiz führte der Sieg der Alinghi zu einem verbreiteten Publikumsinteresse für den Segelsport, der bis dahin neben anderen Sportarten ein Stiefmütterchendasein fristete. Das Team Alinghi wurde 2003 mit dem Preis für das Team des Jahres ausgezeichnet.

Teilnahme 2007: Als Titelverteidiger konnte das Team Alinghi den Austragungsort bestimmen. Normalerweise findet das Rennen im Land des Siegers statt. Da die Schweiz aber ein Binnenstaat ist, musste sich ein Komitee der Alinghi für einen geeigneten Standort entscheiden. Die Wahl fiel auf Valencia. Seit Sommer 2004 war das ganze Team dort stationiert und begann mit den Vorbereitungen für die Titelverteidigung. Principal Designer des Teams war der 1946 in Haarlem geborene Holländer Rolf Vrolijk. Das Team Alinghi entliess am 27. Juli 2004 erzwungenermaßen seinen neuseeländischen Skipper Russell Coutts, nachdem kurz zuvor das Reglement des America’s Cup geändert worden war, um ein Antreten von Coutts zu verhindern. Neun Monate später wurde der Streit mit Coutts mit einem kurzen Statement beigelegt. Dafür wurde das Team später wieder aufgestockt: Am 30. November 2004 konnte die Verpflichtung von Ed Baird als weiterer Steuermann neben Peter Holmberg bekanntgegeben werden. Der Deutsche Jochen Schümann blieb weiterhin Sportdirektor. Das Team Alinghi verteidigte 2007 seinen Titel erfolgreich und wurde somit Sieger des 32. America’s Cup. Der Sieg zum 5:2 für Alinghi im letzten Finish konnte nur von der Jury ermittelt werden. Im siebten Rennen der Best-Of-Nine-Serie lag die Alinghi 1000 Meter vor dem Ziel mit knapp 100 Metern in Führung, ehe die Brise von 15 kn (28 km/h) auf 4 kn (7 km/h) zusammenfiel und die Neuseeländer aufgrund besserer Windverhältnisse die Schweizer noch ein- und überholen konnten. Jedoch musste das neuseeländische Team noch den Strafkringel (Penalty) ausführen, den sie sich auf der vorletzten Kreuz eingehandelt hatten. Die Alinghi gewann den Lauf mit einem minimalen Vorsprung von einer Sekunde und errang damit als erstes Team 5 Punkte.

Alinghi 5 in Lausanne harbour 2009 © Fanny Schertzer/cc-by-sa-2.5 Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com - Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0 Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com - Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0 Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com - Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0 Alinghi 2007 © flickr.com - Visentico / Sento/cc-by-sa-2.0 Alinghi in Valencia 2007 © Gregory Zeier/cc-by-3.0
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Alinghi 5 in Valencia 2010 © flickr.com - Yasuhiro Chatani/cc-by-2.0
Teilnahme 2010: Nach einigen juristischen Auseinandersetzungen mit dem Herausforderer BMW Oracle Racing wurde der 33. America’s Cup wieder vor Valencia ausgetragen. Mit der Alinghi 5 ging ein 30 m langer Katamaran an den Start. Bereits nach der zweiten Runde ging der Gesamtsieg an den Herausforderer BMW Oracle Racing.

Im Dezember 2021 kündigten Ernesto Bertarelli und die Société Nautique de Genève die Gründung des neuen Alinghi Red Bull Racing an, um am 37. America’s Cup teilzunehmen. Als Skipper wird der zweimalige Olympiasieger Hans Peter Steinacher fungieren.

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