Die Wiener Staatsoper, das “Erste Haus am Ring“, ist das wichtigste Opernhaus Wiens und eines der bekanntesten der Welt. Sie wurde am 25. Mai 1869 mit einer Premiere von Don Giovanni von Mozart eröffnet. Aus den Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren sich auch die Wiener Philharmoniker. Als kulturelle Institution ist die Wiener Staatsoper die Nachfolgerin der Wiener Hofoper, die von den Habsburgern gegründet und gefördert wurde.
Schon die Hofoper war ein führendes europäisches Haus und erlebte viele Uraufführungen. Kaiser Leopold I. (1640-1705) war ein leidenschaftlicher Musiker und auch ein begabter Komponist mit 230 Werken. Zum kaiserlichen Hofkapellmeister ernannte er erstmals einen Nicht-Italiener, nämlich Johann Heinrich Schmelzer. Zu den Glanzlichtern der Wiener Operngeschichte des Barock zählte die Uraufführung der Oper “Don Chiscotte” von Francesco Bartolomeo Conti im frühen 18. Jahrhundert.
Das Gebäude wurde als erstes aus dem Wiener Stadterweiterungsfonds bestrittenes Monumentalgebäude der Ringstraße im Jahr 1860 ausgeschrieben. An dem Architektenwettbewerb beteiligten sich zahlreiche renommierte Personen, unter anderem auch der in Deutschland mit Kulturbauten erfolgreiche Alfred Messel. Bereits Ende 1861 begann der Bau nach Plänen der Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll im Stil der Neorenaissance, der insgesamt acht Jahre dauern sollte.
Das Gebäude wurde jedoch von der Öffentlichkeit nicht sehr geschätzt. Einerseits konnte es gegenüber dem riesigen Heinrichshof, einem privaten Zinshaus, seine monumentale Wirkung nicht richtig entfalten. Andererseits wurde, nachdem das Ringstraßenniveau vor der Oper nach Baubeginn um einen Meter gehoben wurde, diese als “versunkene Kiste” und – in Analogie zum militärischen Desaster von 1866 – “Königgrätz der Baukunst” heftig kritisiert und trieb schließlich van der Nüll in den Freitod. Knappe 10 Wochen später erlag Sicardsburg einem Herzinfarkt; somit erlebte keiner der beiden Architekten die Fertigstellung.
Die Gasometer in Wien-Simmering sind vier ehemalige Gasbehälter aus dem Jahr 1896, die in einem umfangreichen Umbau von 1999 bis 2001 revitalisiert wurden und nun ein Entertainmentcenter, etliche Wohnungen, ein Studentenheim und eine Veranstaltungshalle aufweisen.
Die Gebäude gelten schon seit jeher als Wahrzeichen des 11. Wiener Gemeindebezirks Simmering, da sie aufgrund ihrer Größe bereits von Weitem zu sehen sind. Seit der Revitalisierung zählen auch Touristen aus allen Teilen der Welt und Architekturexperten zu den Besuchern der Gasometer.
Die Gasometer sind durch einen besonderen Dorfcharakter geprägt. Auf 220.000 m² stehen sie als eigenständige Stadt in der Stadt. Durch die hohe Identifizierung der rund 1.500 Bewohner der Gasometer mit dessen Wohnraum erfolgte die Bildung einer großen Wohngemeinschaft, die sowohl virtuell in einer Gasometer Community als auch real als Verein und gelebte gemeinschaftliche Nachbarschaft existiert. Zahlreiche Diplomarbeiten und Dissertationen im Bereich der Psychologie, Raumplanung und Architektur sowie Publizistik widmeten sich diesem Phänomen.
Durch alle vier Gasometer hindurch bis in den Zubau “E” erstreckt sich ein 450 Meter langes Einkaufszentrum mit insgesamt rund 70 Geschäftslokalen (Einzelhandel, Gastronomiebetriebe), das im Gasometer A über drei Etagen verläuft und in den anderen nur ein bzw. zwei Etagen einnimmt. In den Untergeschoßen unterhalb des Einkaufszentrums befinden sich Tiefgaragen. Alle vier Gasometer sind oben offen und erhalten durch den alten Dachstuhl ihre alte Silhouette. Sie weisen lediglich “Windgleitbleche” auf.
Durch einen “Skywalk” (Glasbrücke) der zwischen den Gasometern “C” und “D” an die Haupthalle (“main mall”) angeschlossen ist und die Guglgasse überquert, gelangt man in ein ebenfalls dem Komplex angehörendes Gebäude namens Entertainmentcenter bzw. ursprünglich “Pleasuredome”. Darin befindet sich ein Kino mit 12 Sälen, welches von der Kima Cinemas Vienna und der Familie Hueber betrieben wird, und von der Megaplex-Kinogruppe genutzt wird. Der gesamte öffentliche Einkaufs- und Unterhaltungsabschnitt des Komplexes nannte sich einst “G-town”, firmiert jedoch jetzt unter der Bezeichnung “Gasometer City”.