Die Bodleian Library (Bodleiana) ist die Hauptbibliothek der Universität Oxford. Sie zählt zu den fünf Pflichtexemplarbibliotheken im Vereinigten Königreich, bei denen nach den Regeln des Legal deposit jedes im Land gedruckte Werk hinterlegt werden muss. Die Bibliothek umfasst zurzeit rund 11 Millionen Einheiten auf 188 Regalkilometern, davon mehr als 6,5 Millionen Bände. Damit ist sie die zweitgrößte Bibliothek des Landes. 2500 Leser finden in ihr gleichzeitig einen Leseplatz.
Nach der Umbenennung der Oxford University Library Services am 2. März 2010 in Bodleian Libraries umfasst das Oxforder universitäre Bibliothekssystem über 100 Teilbibliotheken, von denen die Bodleian Library für rund 40 Bibliotheken zuständig ist.
Die Bodleian Library wurde 1602 mit einer Sammlung von 2000 Büchern eröffnet. Thomas Bodley vom Merton College hatte die Bücher gesammelt, um die Bibliothek zu ersetzen, die der Divinity School von Humphrey, Duke of Gloucester, einem Bruder König Heinrichs VII. gestiftet worden war. Diese war im 16. Jahrhundert zerstreut worden.
1610 vereinbarte Bodley mit der Stationers’ Company in London, dass von jedem registrierten Buch ein Exemplar an die Bibliothek abgegeben werden sollte. Die Sammlung wuchs so schnell, dass die erste Erweiterung des Bibliotheksgebäudes 1610-1612 erforderlich wurde, eine weitere 1634-1637. Als John Selden starb, hinterließ er seine große Sammlung von Büchern und Manuskripten der Bodleian. Aus dieser Frühzeit stammt auch noch die bis heute gültige Regelung, nach der Studenten beeiden müssen, kein Feuer in der Bibliothek zu legen. Erst dann dürfen sie die Bod nutzen.
Die Bodleian Library ist am Projekt der Oxford Digital Library (ODL) beteiligt. Die ODL wurde eingerichtet, um die technische Infrastruktur für einen Online-Zugang zu den Sammlungen der Bibliotheken aufzubauen. Die Bodleian Library bietet Unterstützung bei der Einrichtung der “JournalServer” Open-Access Digital Library an und stellt Ressourcen auf den “Oxford Digital Library Servers” bereit.
Docklands ist der semioffizielle Name eines Stadtteils im Osten von London. Er besteht aus Teilen der Stadtbezirke Southwark, Tower Hamlets, Newham, Lewisham und Greenwich. Die namensgebenden Docks waren früher Teil des Hafens von London, einst der größte Hafen der Welt. Die Schifffahrt wurde aufgegeben und das brachliegende Gelände für Wohn- und Geschäftszwecke umgewandelt. Es entstanden große Bürogebäudekomplexe wie Canary Wharf.
Die Docklands erlebten in den 1950er Jahren eine Phase des zunehmenden Wohlstands. Das Ende kam plötzlich, zwischen 1960 und 1970, als Containerschiffe in großem Stil eingeführt wurden. Die Londoner Docks waren auf einmal viel zu klein, um die größer gewordenen Schiffe überhaupt abfertigen zu können. Die gesamte Hafenindustrie zog weiter flussabwärts zu den Hochseehäfen in Tilbury und Felixstowe. Zwischen 1960 und 1980 wurden sämtliche Docks in London geschlossen. Die Arbeitslosenquote war hoch, die Gegend verarmte, die Gebäude verfielen.
Ideen, die Docks für neue Zwecke umzunutzen, gab es jeweils fast sofort nach deren Schließung. Es dauerte jedoch rund zwei Jahrzehnte, bis die ersten Maßnahmen in die Tat umgesetzt wurden. Die Situation wurde durch die große Anzahl an Landbesitzern verkompliziert, die alle ihre eigenen Interessen durchsetzen wollten. Dazu gehörten neben der Port of London Authority (PLA) auch der Greater London Council, Gaswerke, fünf London Boroughs (Stadtbezirke), British Rail und die damalige staatliche Elektrizitätsgesellschaft CEGB.
Um dieses Problem zu lösen, bildete Umweltminister Michael Heseltine im Jahr 1981 die London Docklands Development Corporation (LDDC); eine Behörde, die direkt der Regierung unterstellt war, beliebig Land kaufen und verkaufen konnte und die Rolle als zentrale Planungsinstanz übernahm. Eine weitere wichtige Maßnahme war 1982 die Schaffung einer Spezialzone auf der Isle of Dogs, wo Unternehmen von der Grundstückssteuer befreit waren und von vereinfachten Bewilligungsverfahren profitierten. Dies machte Investitionen in den Docklands äußerst attraktiv und war der Auslöser eines Immobilienbooms.
Unter der Führung der LDDC wurden in den 1980er und 1990er Jahren weite Gebiete der Docklands in Wohn- und Geschäftszonen umgewandelt. Das Kernstück des Umwandlungsprozesses war ohne Zweifel die Canary Wharf, wo die drei höchsten Gebäude Großbritanniens errichtet wurden und sich die internationale Finanzindustrie ansiedelte. Das kanadische Unternehmen Olympia and York, das den Gebäudekomplex baute, ging 1992 bankrott, als die Immobilienpreise abrupt sanken und sich große Teile der neuen Geschäftsbauten als zunächst unvermietbar erwiesen.
Die Docklands waren zunächst sehr schlecht durch öffentliche Verkehrsmitteln erschlossen. Dies wurde teilweise durch den Bau einer fahrerlosen Hochbahn wettgemacht; der erste Abschnitt der Docklands Light Railway ging 1987 in Betrieb. Im selben Jahr wurde auf dem Gelände der Royal Docks der Flughafen London City eröffnet. Als entscheidend für den kommerziellen und urbanistischen Durchbruch von Canary Wharf erwiesen sich die stark verbesserte Immobilienkonjunktur der ausgehenden 1990er Jahre und der 1999 erfolgte direkte Anschluss der Docklands an das Netz der London Underground, als die Jubilee Line nach Osten verlängert wurde
Die Einwohnerzahl hat sich in den zwanzig Jahren nach Beginn der Neuerschließung mehr als verdoppelt. Die Docklands haben sich zu einem Geschäftszentrum und zu einer exklusiven Wohnlage entwickelt. Nicht alle alten Lagerhäuser und Werften wurden abgerissen, sondern wurden in Appartementhäuser und Einkaufszentren umgewandelt. Die ehemaligen Docks werden als Yachthäfen oder Wassersportzentren verwendet.
Mit dem Sommer kommt in England die Zeit für Kriegsspiele. Ausgerüstet mit Picknickkorb und Original-Uniformen lassen sich hunderttausende Briten in eine Zeit zurückversetzen, in der sie ganz eindeutig die Sieger waren.
Viele Engländer spielen gerne ein bisschen Krieg im Sommer, wenn der Rasen schön grün ist und die Abende lau. Findige Unternehmer bedienen die Sehnsucht nach der guten alten Zeit, in der die Bösen noch leicht auszumachen waren und das Empire nur ganz langsam bröckelte, mit großen Festivals in Schlossparks oder den Feldern ehemaliger Hopfen-Bauernhöfe.
Bei den “Battleproms” zum Beispiel lassen Kanonenschläge die Erde erzittern, während ein Orchester Tschaikowskis “1812″-Ouvertüre spielt und über eines von sechs herrschaftlichen Anwesen eine Spitfire im Sinkflug donnert. An sechs Samstagen im Juli und August jagen königliche britische Truppen auf Pferden historisch korrekt ausgestatteten napoleonischen Soldaten hinterher, alles zum Amüsement der Battleprom-Besucher. Die Schlacht von Waterloo dient den eher klassisch geneigten Geschichts-Patrioten als rechte Untermalung zur Feier der eigenen Nation.
Täuschend echte Apocalypse
Dazu werden Fahnen geschwenkt zu Favoriten wie “Rule Britannia”. Der englische, manchmal auch britische Patriotismus wird mit der richtigen Picknick-Decke gepflegt und mit dem guten alten Sommer-Drink “Pimm’s”, britisch korrekt erkennbar an der Anzahl von Gurken-Stückchen und Minzblättern im Glas.
Weniger gediegen geht es dagegen auf der “War and Peace-Show” zu, dem größten Kriegs-Spielplatz Großbritanniens. Auf mehreren Feldern rund um einen ehemaligen Bauernhof in Kent sammeln sich für ein verlängertes Wochenende die Uniform-Enthusiasten und Hobby-Militaristen. Es sind bei weitem nicht nur Uniformen aus dem zweiten Weltkrieg, die hier von stolzen Besitzern ausgestellt werden.
Es gibt eine Ecke zum Vietnam-Krieg mit abgekämpften GIs, die ganz nach “Apocalypse Now”-Vorbild lauten Rock hören. Besucher können durch Vietcong-Tunnel klettern, und auch der Friedensaktivist im täuschend echt ausgestatteten VW-Bus fehlt nicht. Seine Plakate sind mit Original-Slogans aus den 70er Jahren bepinselt. Doch so viel Mühe sich GIs oder die Nachsteller russischer Truppenteile auch geben – gegen die Übermacht von Wehrmacht und vor allem SS kommen sie nicht an.
Faszination des Furchtbaren
Sie sind der Hit dieser Veranstaltung, die originalgetreu geschneiderten Uniformen deutscher Grauseligkeiten aus dem zweiten Weltkrieg. Für den völlig entmilitarisiert aufgewachsenen Deutschen wirkt diese Zurschaustellung unangenehm, auch wenn die meisten Uniformierten einfach nur stolz sind, wie museal authentisch sie die Bösen und damit sich selbst ausgestattet haben.
Die Faszination des Furchtbaren schlägt auf der “War and Peace”-Show seltsame Volten. Panzer gibt es zu kaufen, tausende außer Betrieb gesetzte Waffen und Adolf-Hitler-Straßen-Schilder sowie SS-Abzeichen, hergestellt am Fließband in chinesischen Fabriken. Es ist ein großes Schauspiel für die Akteure, viele bereiten sich das ganze Jahr auf diese paar Tage vor. Es ist der Höhepunkt für Kriegs-Hobbyisten.
Game over
Es gibt auch deutsche Teilnehmer des ganzen Zaubers, die überhaupt nicht mit der Presse sprechen wollen. Die aber ganz deutlich sehr froh darüber sind, offen mit Hakenkreuz-Binden herumlaufen zu können und damit eindeutig zur Mehrheit zu gehören. Die Faszination der Engländer an allem Nazi-Haften geht so weit, dass die Zahl der ehemals deutschen Uniformen die Zahl aller anderen weit übersteigt.
Aber eines wird sich nie ändern, und es ist Teil dieser britischen Faszination mit dieser Zeit und diesem Krieg: Ganz gleich wie viele Wehrmachts-Angehörige und SS-Schergen in den nachgestellten Schlachten den wenigen originalgetreu ausgestatteten Alliierten gegenüberstehen. Sie müssen alle sterben. Die Sieger stehen jedes Jahr schon am Anfang fest: Es werden die Briten sein. Auch das ist ein Grund für die Beliebtheit des englischen Kriegsspiel: Wo sonst kann man in heutigen Zeiten so sicher sein, dass alles gut ausgehen wird?