Die Zukunft der Stadt im 21. Jahrhundert gestalten: Dieser Aufgabe stellt sich die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg und liefert mit ihren Projekten innovative und nachhaltige Beiträge zu aktuellen Fragen der Metropolenentwicklung. Mit mehr als 60 baulichen, sozialen und kulturellen Projekten und Programmen zeigt die IBA Hamburg bis zum Jahr 2013 im Herzen der Hansestadt, wie eine Metropole im 21. Jahrhundert ökologisch und sozial ausbalanciert wachsen kann. Das 35 km² große IBA-Projektgebiet auf den Hamburger Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sowie im Harburger Binnenhafen soll zu einem Vorbild für nachhaltige, zukunftsorientierte Innenentwicklung werden. Dort leben 55.000 Menschen aus über 100 Nationen.
Internationale Bauausstellungen und die IBA Hamburg
Internationale Bauausstellungen haben in Deutschland seit 1901 eine große städtebauliche und baukulturelle Tradition. Sie waren immer mehr als nur Ausstellungen und beschäftigten sich stets auch mit den aktuellen Herausforderungen ihrer Zeit.
Die Freie und Hansestadt Hamburg startete im Jahr 2006 mit der IBA, die “Stadt neu bauen” und dies durch neue Strategien zu drei aktuellen und international diskutierten Themen der Stadtentwicklung konzeptionell untermauern soll. Dabei geht es zum einen um die Frage, wie eine immer internationaler und multikultureller werdende Stadtgesellschaft in Zukunft zusammenleben kann. Dieses Leitbild ist als “Kosmopolis” benannt. Mit dem zweiten Leitbild “Metrozonen” sollen die oft versteckten Potenziale der “inneren Stadtränder” aufgezeigt werden. Und in ihrem dritten Leitthema “Stadt im Klimawandel” widmet sich die IBA Hamburg der Frage, wie städtisches Wachstum und Klimaschutz miteinander verbunden werden können.
Kosmopolis – Neue Chancen für die Stadt
Die Projekte dieses Leitthemas liegen in drei Handlungsfeldern. Im Zentrum steht das Thema Bildung. Eine Bildungsoffensive sucht nicht nur nach neuen pädagogischen und konzeptionellen Wegen zur Verbesserung der Bildungssituation in den migrantisch geprägten Quartieren, sondern es werden neue richtungweisende Bildungseinrichtungen wie das Bildungszentrum “Tor zur Welt” im Rahmen der IBA Hamburg gebaut. Aber auch die Projekte mit den Handlungsschwerpunkten Wohnen und Wohnumfeld sowie die des “Kreativen Quartiers Elbinsel” zeigen, wie die Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort verbessert werden und wie neue Modelle urbaner Nachbarschaften funktionieren können. Projekte wie das Stadterneuerungsprojekt “Weltquartier”, mit einem intensiven Beteiligungsprozess der Bewohner, oder die Künstlerateliers in den “Veringhöfen Nord” zeigen, wie Bewohner und Gewerbetreibende aktiv an Planungsprozessen beteiligt werden und ihre Umwelt mitgestalten können.
Metrozonen – Neue Räume für die Stadt
Beim Präsentationsgebiet der IBA Hamburg handelt es sich um ein 35 Quadratkilometer großes Patchwork zwischen Stadt und Hafen, zwischen Ruhe und Lärm, zwischen Grün und grauen Verkehr sachsen. Gerade die Autobahnen und Bahnlinien zerschneiden die Elbinseln in Nord-Süd-Korridore. Ziel ist es daher, Orte zu schaffen, die auf bestehenden Brüchen und Brachflächen im Stadtgefüge, wie Verkehrsschneisen, Marschland, leer stehende Industrieflächen aufbauen und harte Gegensätze zu überwinden helfen – Orte einer neuen Urbanität, die sich auf die einzigartigen Qualitäten von Europas größter Flussinsel stützen: der innerstädtischen Landschaft und den vielfältigen Wasserlagen. Das Kernstück der IBA-Planungen in diesem Leitthema bildet das Projekt “Wilhelmsburg Mitte”, das “Schaufenster” der IBA Hamburg in 2013. Einen wichtigen Baustein stellt dabei die “Bauausstellung in der Bauausstellung” dar, in der innovative Lösungen für ästhetisch anspruchsvolle und zugleich preiswerte, anpassungsfähige und nachhaltige Bauten präsentiert werden. Gebaut wurden 17 Gebäude auf einer Fläche von circa zwei Hektar – darunter drei Hybrid Houses, vier Smart Material Houses, fünf Smart Price Houses und fünf Water Houses mit 179 Wohneinheiten.
Das neue Zentrum “Wilhelmsburg Mitte” grenzt nicht nur an den künftigen “Volkspark neuen Typs” der internationalen gartenschau hamburg 2013 (igs 2013), sondern bildet zusammen mit diesem den zentralen Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils.
Stadt im Klimawandel – Neue Energien für die Stadt
Durch die Lage inmitten des Stromspaltungsgebiets der Elbe ist dieser Ort wie kaum ein anderer geeignet, die Fragen des vorbeugenden und anpassenden Klimaschutzes zu thematisieren. Angesichts der seit der Besiedelung ständig vorhandenen Bedrohung durch Hochwasser und besonders verdeutlicht durch die verheerende Flutkatastrophe im Februar 1962 müssen in Wilhelmsburg neue Strategien des Umgangs mit Hochwasser, steigenden Grundwasserständen und Starkregenereignissen gesucht werden. Aber auch vorbildliche städtische Strategien des CO2-neutralen Bauens werden benötigt. Mit dem Klimaschutzkonzept “Erneuerbares Wilhelmsburg” will die IBA deshalb eine schrittweise Umstellung auf eine komplett regenerative Energieversorgung der Elbinseln erreichen. Aus diesen Gründen praktiziert die IBA Hamburg das klimaschonende Bauen und die Erschließung einheimischer nachhaltiger Energiequellen. So wird beispielsweise auf der ehemaligen Deponie Georgswerder die Windenergieanlage “repowert”, das heißt die Leistung erhöht und durch eine große Photovoltaikanlage ergänzt. Ein ehemaliger Flakbunker, in seinem Inneren zerstörtes Mahnmal aus dem Zweiten Weltkrieg, wird mittels Sonnenkollektoren und eines riesigen Wasserspeichers zum “Energiebunker” umgewidmet. Er kann künftig etwa 3.000 Wohnungen im benachbarten Stadtquartier mit sauberer Energie beliefern.
Mit dem IBA DOCK, dem zentralen Ausstellungs- und Bürogebäude, konnte die IBA Hamburg bereits 2010 ein erst es von ihr gebautes innovatives Bauwerk vorstellen, das sich nicht nur den wechselnden Wasserständen im tideabhängigen
Müggenburger Zollhafen anpasst, sondern sich auch selbst CO2-neutral mit Wärme versorgt.
Am 18. März 1944 brannte die Paulskirche nach einem Bombenangriff aus und wurde nach dem Krieg als erstes historisches Gebäude Frankfurts wiederaufgebaut. Zum hundertsten Gedenktag der Nationalversammlung wurde sie am 18. Mai 1948 als Haus aller Deutschen wiedereröffnet. Seitdem ist sie ein nationales Denkmal und wird für Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen genutzt.
Als im Zuge der bürgerlichen Märzrevolution 1848 ein Sitz für das erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament, die Nationalversammlung, gesucht wurde, bot sich die Paulskirche als größter und modernster Saal Frankfurts an. Am 18. März 1848 überreichten die Frankfurter Rechtsanwälte Binding und Friedrich Siegmund Jucho dem evangelischen Gemeindevorstand ein Schreiben, in dem sie um die Bereitstellung der Paulskirche baten. Bereits am 21. März erklärte sich der damalige Senior Dancker namens aller Vorstände “mit Freuden einverstanden” und wies den Kirchendiener Meyer an, dem Vorbereitungskomitee zur Hand zu gehen.
In aller Eile nahm man Ende März 1848 die notwendigen Umbauten vor: Wände und Fenster der Kirche wurden mit Fahnen in den neuen Bundesfarben Schwarz-Rot-Gold geschmückt, die Kanzel wurde mit einem Tuch verhüllt, die Orgel durch einen breiten Vorhang verdeckt, der ein Frescogemälde von Philipp Veit zeigte: die Germania mit Fahne und Schwert, rechts und links von je ein Lorbeerkranz mit vaterländischen Versen. Anstelle des Altars wurde der Präsidententisch aufgebaut. “Wie völlig man sofort nach Eröffnung der Verhandlungen von dem kirchlichen Charakter des Versammlungsortes absah, fand seinen klarsten Ausdruck in der schroffen Ablehnung eines Eröffnungsgebetes, wobei Raveaux sagte, das Beten gehört in die Kirche und an das Wort erinnerte: Hilf dir selbst, so wird dir Gott helfen.”
Hier werden Weltmeister gemacht: Bei den WorldSkills Leipzig 2013 treten die besten Auszubildenden und jungen Fachkräfte aus der ganzen Welt an, um Champion zu werden. Alle zwei Jahre kämpfen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter 23 Jahren bei der WM der Berufe um die Titel. Gastgeber ist jedes Mal ein anderes Land: 2009 fanden die WorldSkills in Kanada, 2011 in Großbritannien statt.
Die spannenden Wettkämpfe machen Lust auf Ausbildung – ob in traditionellen Berufen oder jungen Disziplinen, ob als Koch, Mechatroniker, Webdesigner. Bei dem gigantischen Event treffen sich internationale Fachleute aus Berufsbildung, Wirtschaft und Politik. Ihr Ziel: die Standards beruflicher Bildung immer weiter zu verbessern. Dafür setzen sie sich ein und tauschen ihre Erfahrungen aus.
Hinter der WM der Berufe steht WorldSkills International mit einem Netzwerk, dem derzeit 61 Länder und Regionen angehören.