Die Untergrundstadt von Montreal

April 24th, 2013 | Allgemein | No Comments »

Complexe Les Ailes © Oleksandr

Complexe Les Ailes © Oleksandr

Die Untergrundstadt Montreal ist ein weit verzweigtes Netzwerk von Fußgängertunneln und unterirdischen Ladenpassagen in der Innenstadt von Montreal in Kanada. Der Name RÉSO ist vom phonetisch ähnlichen französischen Wort réseau (Netzwerk) abgeleitet. Das über 32 Kilometer lange Tunnelsystem gilt als größte Untergrundstadt der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von zwölf Quadratkilometern im zentralen Stadtbezirk Ville-Marie. Auf diese Weise werden unter anderem zehn U-Bahn-Stationen, zwei Busbahnhöfe, die beiden Hauptbahnhöfe, Hunderte von Läden, Restaurants und Kinos, Hotels, drei Veranstaltungshallen, ein Eishockeystadion, diverse Büro- und Wohngebäude sowie zwei Universitäten miteinander verbunden. Etwa 80 % aller Büro- und 35 % aller Ladenflächen in der Innenstadt sind an die Untergrundstadt angeschlossen. Fußgänger können sich auf diese Weise vor allem im strengen Winter vor klimatischen Einflüssen geschützt in der Innenstadt bewegen.

Die Idee der Untergrundstadt geht auf den Urbanisten Vincent Ponte zurück. Der erste Teil entstand 1962 im Zusammenhang mit dem Bau des Wolkenkratzers Place Ville-Marie. Dieses Bürohochhaus erhielt ein unterirdisches Einkaufszentrum und einen Tunnel, der als Verbindung zum Hauptbahnhof Gare Centrale und zum Hotel Reine Élizabeth diente. Der Bau der Metro Montreal beschleunigte die Entwicklung. Ab 1966 verbanden Tunnels die Station Bonaventure mit dem Hotel Château Champlain, den Bürohochhäusern Place du Canada und Place Bonaventure sowie den Bahnhöfen Gare Centrale und Gare Windsor. Dieses Teilnetz bildet seither das Herzstück der Untergrundstadt.

Ebenfalls seit 1966 ist die Metrostation Square-Victoria mit der Tour de la Bourse, dem Sitz der Börse von Montreal, verbunden. Im selben Jahr wurden um die Metrostationen Berri-UQAM, Guy-Concordia und Atwater (teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Westmount) drei kleinere Tunnelnetzwerke eröffnet, die bis heute vom Hauptteil der Untergrundstadt getrennt sind. Ein weiteres wichtiges Teilnetz der Untergrundstadt stand ab 1974 zur Verfügung. Es verbindet die Metrostationen Place-des-Arts und Place-d’Armes mit dem Wolkenkratzer Complexe Desjardins, dem Regierungsgebäude Complexe Guy-Favreau und dem Kongresszentrum Palais de congrès de Montréal.
 

Die dritte Expansionsphase folgte zwischen 1984 und 1992. Um die Metrostationen Peel und McGill wurden drei miteinander verbundene unterirdische Einkaufszentren errichtet: Cours Mont-Royal, Place Montréal Trust und Promenades Cathédrale (letzteres direkt unter der anglikanischen Christ Church Cathedral). Die Station McGill war zuvor bereits mit den Warenhäusern The Bay und Eaton’s (heute Complexe Les Ailes), dem Centre Eaton sowie mit zwei kleineren Bürokomplexen verbunden gewesen.

Großprojekte wie 1000 de La Gauchetière (heute das höchste Gebäude Montreals), 1250 René-Lévesque und das Centre de commerce mondial de Montréal sorgten auch in den 1990er Jahren für eine bedeutende Erweiterung der Untergrundstadt. Obwohl diese Gebäude nur kleinere Ladenpassagen besitzen, dient der Zugang zur Untergrundstadt als Verkaufsargument für die Büroflächen. Außerdem verband ein neuer Tunnel zwischen dem Eaton Centre und dem Place Ville-Marie die zwei bedeutendsten Teilnetze miteinander. Der Bau des Eishockeystadions Centre Bell führte dazu, dass nun auch die Metrostation Lucien-L’Allier Anschluss an die Untergrundstadt hatte, ebenso der neue Vorortsbahnhof Gare Lucien-L’Allier, der den Gare Windsor ersetzte.

Im Rahmen der Umgestaltung des Quartier international de Montréal in den Jahren 2000 bis 2003 konnten mehrere Segmente im Zentrum der Untergrundstadt mit durchgehenden Fußgängerkorridoren konsolidiert werden. Der Bau des ICAO-Hauptsitzes hatte den Bau einer Verbindung zwischen den Metrostationen Place Bonaventure und Square-Victoria zur Folge. Letztere wurde über ein neues Gebäude der Rentenversicherung CDPQ und einen Tunnel unter dem Place Jean-Paul Riopelle mit den Palais des congrès und der Metrostation Place-d’Armes verbunden.

Lesen Sie mehr auf Complexe les Ailes, tourisme-montreal.org – Complexe les Ailes und Wikipedia Untergrundstadt Montreal. Fotos von Wikimedia Commons.


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Banff Springs Hotel

November 23rd, 2011 | Allgemein | 1 Comment »

Banff Springs Hotel © Guenter Wieschendahl

Banff Springs Hotel © Guenter Wieschendahl

Das Banff Springs Hotel ist ein ehemaliges Eisenbahnhotel der Canadian Pacific Railway im Nationalpark von Banff, Alberta in Kanada.



Ein erstes, aus Holz gebautes Luxushotel wurde 1887–88 von der Bahnverwaltung errichtet, brannte aber 1926 nieder und wurde 1928 durch den jetzigen Bau im schottischen Burgenstil ersetzt. Das spektakulär in den Rocky Mountains gelegene Luxushotel gehörte lange zur Gruppe der Canadian Pacific Hotels, war in den 1960er Jahren zeitweilig geschlossen und soll das Vorbild für Stephen Kings Roman The Shining gegeben haben. Es wird heute ganzjährig von der Gruppe Fairmont Hotels and Resorts geführt.

Beim Bau des riesigen Hotels unterlief den Bauherren ein fataler Fehler. Sie hielten die Baupläne um 180 Grad gedreht und so stand dann auch später das Hotel. Die Küche hatte nun den besten Ausblick über den Bow River, während die hinteren Suiten den Hang des Sulphur Mountain sahen.


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