Der Svalbard Global Seed Vault

Oktober 3rd, 2012 | Intelligente Gebäude | No Comments »

Mountain cutaway © Global Crop Diversity Trust

Mountain cutaway © Global Crop Diversity Trust

Das Svalbard Global Seed Vault, zu deutsch Weltweiter Saatgut-Tresor auf Spitzbergen, ist ein Projekt des Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (engl. Global Crop Diversity Trust, GCDT) zur langfristigen Einlagerung von Saatgut zum Schutz der Arten- und Varietäten-Diversität von Nutzpflanzen am Platåberget (dt. Plateauberg) in der Nähe des Dorfs Longyearbyen auf der Insel Spitzbergen (norw. Svalbard). Offiziell wird das Saatgutgewölbe norwegischerseits globalt sikkerhetshvelv for frø på Svalbard “weltweiter Saatgut-Tresor auf der Insel Spitzbergen” genannt.

Am 19. Juni 2006 fand der erste Spatenstich durch den norwegischen Staatsminister Jens Stoltenberg im Beisein seiner nordischen Kollegen aus Finnland, Dänemark, Island und Schweden statt. Im Herbst 2007 nahm die Saatgutbank ihre Arbeit auf, die feierliche Eröffnung der Saatgutbank erfolgte am 26. Februar 2008 im Beisein internationaler Repräsentanten. Bis zu 4,5 Millionen Samenproben (eine Probe enthält 500 Samen, das entspricht 2,25 Milliarden Samen) sollen im Bunker eingelagert werden, der nach Abschluss der Arbeiten von Schweden aus ohne Personal vor Ort via Fernwartung überwacht werden soll.
 

Die Anlage ähnelt einem Bunker, der 120 Meter in eine alte Kohlegrube hinein reicht, und besteht aus drei Hallen von jeweils 27 Metern Länge, zehn Metern Breite und sechs Metern Höhe. Die Lagerhallen liegen 130 Meter über dem aktuellen Meeresspiegel, sollen also auch bei einem drastischen Anstieg durch den Klimawandel unversehrt bleiben. Sie werden mit armiertem Beton und zwei dicken Stahltüren versehen sein und sollen somit auch einem Atomkrieg oder einem Flugzeugabsturz standhalten. Das Saatgut wird dort bei −18 °C gekühlt gelagert. Sollte das Kühlsystem einmal ausfallen, sorgt der Permafrostboden dafür, dass die Temperatur nicht über −3,5 °C ansteigt. Die Haltbarkeit der Samen liegt wissenschaftlichen Schätzungen zufolge bei diesen Temperaturen bei etwa 55 Jahren (Samen der Sonnenblume) bis über 10.000 Jahren (Erbsensamen). Veraltete Samen werden ständig aufgefrischt.



Lesen Sie mehr auf nordgen.org – Svalbard Global Seed Vault, regjeringen.no – Svalbard Global Seed Vault und Wikipedia Svalbard Global Seed Vault. Fotos von Wikipedia Commons.

Fertighäuser reiten auf der grünen Welle

April 30th, 2011 | Grüne Gebäude, Grüne Technologien, Intelligente Gebäude | 5 Comments »

Haus aus der Fabrik © Franz Haniel & Cie. GmbH

Haus aus der Fabrik © Franz Haniel & Cie. GmbH

Frühzeitig haben sich die Hersteller mit der Energieoptimierung ihrer Produkte auseinandergesetzt. Jetzt fahren sie die Ernte ein: Alte Vorurteile geraten in Vergessenheit, der Marktanteil steigt.

Die steigende Nachfrage nach Wohnhäusern mit einem unterdurchschnittlichen Energieverbrauch schlägt sich zunehmend in den Absatzzahlen der Hersteller von Fertighäusern in Holzbauweise nieder. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Baugenehmigungen für entsprechende Ein- und Zweifamilienhäuser hierzulande im Vergleich zu 2009 um 9,3 Prozent auf 13 118. Die Genehmigungen für Häuser in Massivbauweise konnten mit einem Anstieg von 4 Prozent das Tempo nicht mithalten. Dadurch erhöhte sich der Marktanteil der Holz-Fertighäuser nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) auf nunmehr 15 Prozent. Er ist damit aus dem mehrjährigen Trend zwischen 8 und 12 Prozent nach oben ausgebrochen.

Zurückzuführen ist der bemerkenswerte Vormarsch der Branche auf eine sich verändernde Wahrnehmung in der potentiellen Kundschaft der privaten Eigenheimbauer. Viele Jahre litt das Ansehen unter dem Vorurteil, Fertighäuser seien nur „Billigheimer von der Stange“. Dies beruhte auf den Erfahrungen mit Objekten, die vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren entstanden waren, als in den Zeiten akuter Wohnungsnot schnell und günstig gebaut wurde. Doch schon mit dem Ölschock in den siebziger Jahren setzte ein Umdenken in der Branche ein. Immer mehr Hersteller begannen, hochwertige Produkte anzubieten und dabei das Thema Energieverbrauch in den Vordergrund zu rücken.

In der Kundschaft fand die Energieoptimierung zunächst kaum Anklang. Doch inzwischen zahlt sich die Strategie aus. In Sachen Energieeffizienz von Gebäuden habe inzwischen eine extreme Veränderung in der Denkweise der Leute stattgefunden, sagt Johannes Schwörer, Geschäftsführer des schwäbischen Herstellers Schwörer Haus und seit November Präsident des BDF. In den Verkaufsgesprächen könnten heutzutage die Nebenkosten detailliert aufgezeigt werden. Mittlerweile biete jeder größere Hersteller eigene Energieausweise an. „Da wird ein großer Aufwand betrieben“, berichtet er. „Das geht so weit, dass jährlich von den Kunden der tatsächliche Verbrauch zurückgemeldet und mit den ursprünglichen Daten abgeglichen wird.“
Die Richtung geht in Plusenergiehaus

Vor diesem Hintergrund stimmt der BDF-Präsident auch nicht in den Chor der Kritiker an einer Verschärfung der energetischen Vorgaben über die Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ein. Vielmehr sieht er der derzeit in der Diskussion befindlichen EnEV 2012 gelassen entgegen. Holz sei ein idealer Werkstoff für eine energieeffiziente Bauweise. „Die Vorgaben erfüllen wir längst“, sagt Schwörer. „Der Fertighausbau geht schon in Richtung Plusenergiehaus.“ Damit soll nicht zuletzt der Vorsprung zum Massivhausbau gehalten werden. „Wir haben früher damit angefangen und sind nun eine Nasenlänge voraus.“

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