Ein Schloss wächst heran

April 28th, 2012 | Editorial | No Comments »

Der Dauerfrost hat den Zeitplan für das Schloss Herrenhausen verzögert. Doch der Bau wächst sichtbar – am Donnerstag wird Richtfest gefeiert.

Re-construction of Herrenhausen Castle © Thomas

Re-construction of Herrenhausen Castle © Thomas

Seit Montag arbeiten sie wieder am Schloss Herrenhausen. Das wurde auch Zeit: Rund zwei Wochen liegen die Gewerke im Rückstand. Ende vergangener Woche war sogar drei Tage Zwangspause – der Dauerfrost ließ keinen Fortschritt auf der Baustelle im königlichen Garten mehr zu.

Wenn am Donnerstag bis zu 350 Gäste zum Richtfest kommen, wird wohl noch kein Dachstuhl zu sehen sein, an dem der Richtkranz befestigt werden kann. Aber Bauleiter Friedrich Schulze ist zuversichtlich: “Ich denke, dass wir die verlorene Zeit wieder einholen werden – das Team ist hoch motiviert.”

Fast 70 Jahre, nachdem es im Bombenhagel britischer Piloten bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, wächst im Großen Garten das Schloss Herrenhausen wieder in die Höhe. Einst Sommersitz der Welfen und optischer Bezugspunkt der barock-geometrischen Gartenanlagen – künftig Tagungszentrum für die internationale Wissenschaftselite, Veranstaltungsort und Museum. Schon jetzt steht fest, dass das neue alte Schloss Hannover in mehrfacher Hinsicht bereichern wird. Bauherr ist die IVA, eine Tochter der Volkswagenstiftung, die als größter Wissenschaftsförderer Deutschlands die Herrenhäuser Gärten als Ort intellektueller Dispute stärken will.



Doch derzeit wird nicht diskutiert, sondern betoniert. Am Westflügel stehen, anders als im Zeitplan vorgesehen, einige Wände noch nicht. „Zuletzt hatten wir sogar mit Heizungen gearbeitet – aber in der vergangenen Wochenmitte war es einfach zu kalt für frischen Beton“, sagt Schulze. Zumindest bei den Wänden ist er zuversichtlich: “Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, holen wir die Rohbauarbeiten bis Mittwoch auf.” Im Inneren geht es voran. In den Untergeschossen laufen die Installationsarbeiten, an vielen Stellen sind Rahmen für die Fenster eingebaut. Beim großen Festsaal im Obergeschoss, in dem der Richtschmaus kredenzt wird, sind die Fensteröffnungen mit Planen verhängt, riesige Heizlüfter blasen über Schläuche warme Luft in den Raum.

Wenn Ende 2012 alles fertig ist, soll die klassizistische Fassade von Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves originalgetreu den ansonsten eher bescheidenen Schlossbau schmücken. Alles, was über der Erdoberfläche sichtbar ist, muss sich dem historischen Ambiente anpassen. Hinter den Fassaden aber und im Untergrund wird das Schloss ein Hightechzentrum. Unter dem Hof zum Großen Parterre hin ist schon jetzt der große Hörsaal zu erkennen, in dem Hunderte von Wissenschaftlern Vorträgen lauschen und Präsentationen sehen sollen. In den Raum soll über zwei seitliche Lichthöfe Tageslicht einfallen – diese Idee war die markanteste Variante in den Architektenentwürfen, mit denen das Hamburger Büro Jastrzembski Kotulla Architekten (JK) 2010 den Wettbewerb für das Projekt gewonnen hatten.

Eine “kongeniale Verbindung von Innovation und Moderne” hatte Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, den Entwurf genannt. Gegen Jahresende können sich die Hannoveraner selbst ein Bild davon machen, ob der hohe Anspruch umgesetzt ist.


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Gefunden auf haz.de – Ein Schloss wächst heran. Lesen Sie mehr auf braunschweiger-zeitung.de – Richtfest für Schloss Herrenhausen, hannover.de – Herrenhäuser Gärten und Wikipedia Herrenhäuser Gärten.

London 2012

August 22nd, 2011 | Editorial | 1 Comment »

Olympic Park. Aerial view of the Olympic Park looking South East with the International Broadcast Centre (IBC) and Media Press Centre (MPC) in the foreground. Picture taken on 14 Jul 11 by Anthony Charlton.

Olympic Park. Aerial view of the Olympic Park looking South East with the International Broadcast Centre (IBC) and Media Press Centre (MPC) in the foreground. Picture taken on 14 Jul 11 by Anthony Charlton.

Die Olympischen Sommerspiele 2012 (offiziell Spiele der XXX. Olympiade genannt) finden vom 27. Juli bis 12. August 2012 in London statt. London ist damit die erste Stadt, die zum dritten Mal Gastgeber sein wird; bereits 1908 und 1948 waren hier die Olympischen Sommerspiele ausgetragen worden.

Karte des Olympic Park während der Spiele 2012 (PDF 3,5 MB)

Während der Olympischen Sommerspiele in London werden 302 Wettbewerbe in 26 Sportarten ausgetragen (162 für Männer, 132 für Frauen sowie acht gemischte Wettbewerbe). Das sind zwei Sportarten weniger als 2008 in Peking, aber gleich viele Wettbewerbe.

Die Wettkampforte bei den Olympischen Sommerspielen 2012 werden eine Kombination aus neu zu errichtenden, bereits bestehenden und temporären Anlagen sein. Einige davon sind sehr bekannt, wie z.B. der Hyde Park, Wimbledon und die Horse Guards Parade. Absicht der Organisatoren ist, dass die Anlagen nach den Spielen möglichst geringe Folgekosten nach sich ziehen sollen. So wird die Größe einiger Anlagen nach 2012 reduziert, während die meisten temporären Anlagen abgebrochen und an anderen Orten in Großbritannien wieder aufgebaut werden.

Die meisten Wettkampfanlagen werden drei verschiedenen Zonen innerhalb von Greater London zugeordnet, die Olympic Zone (Olympische Zone), die River Zone (Flusszone) und die Central Zone (Zentrale Zone). Darüber hinaus gibt es einige Wettkampfanlagen außerhalb Londons.



Im Stadtteil Stratford, rund sechs Kilometer östlich des Stadtzentrums, entsteht am Fluss Lea der Olympiapark (Olympische Zone). Auf dem 200 Hektar großen Gelände befinden sich zurzeit einige Industriebetriebe sowie ein stillgelegter Güterbahnhof. Der Olympiapark wird mit der London Underground, mehreren Vorort-Eisenbahnlinien und der Docklands Light Railway leicht zu erreichen sein. Im neuen Bahnhof Stratford International am Channel Tunnel Rail Link werden Eurostar-Züge und ein Shuttlezug mit dem Namen Olympic Javelin (“Olympischer Speer”) halten.

Die Flusszone umfasst vier Wettkampfstätten im Osten Londons beiderseits der Themse, wenige Kilometer südlich des Olympiaparks gelegen.

Die zentrale Zone besteht aus allen übrigen Wettkampfstätten in Greater London. Diese sind über das Stadtzentrum und den Westen der Stadt verteilt.

Das Sportstätten-Konzept wurde im Vergleich zum ursprünglichen Plan, mit dem man sich beworben hatte, mehrfach geändert. Vor allem die Weltwirtschaftskrise brachte die Notwendigkeit, Kosten zu senken. So wurde der Bau zweier temporärer Sporthallen für Fechten und Volleyball im Olympiapark nicht realisiert und die Wettbewerbe in bereits bestehende Anlagen verlegt, Volleyball in das Earls Court Exhibition Centre und Fechten in das ExCeL Exhibition Centre. Ebenfalls nicht realisiert wurde der Bau der North Greenwich Arena 2 (neben der North Greenwich Arena) für Badminton und Rhythmische Sportgymnastik. Diese Wettbewerbe werden in die bestehende Wembley-Arena verlegt.

Das Sportschießen sollte zunächst im National Shooting Centre außerhalb Londons stattfinden. Das IOC drängte jedoch darauf, nicht zu viele Wettbewerbe außerhalb Londons auszutragen, so dass die Royal Artillery Barracks in der Flusszone als neuer Austragungsort ausgewählt wurden. Der ursprünglich als Austragungsort für Mountainbike geplante Weald Country Park wurde auf Drängen des Radsport-Weltverbandes UCI durch die Hadleigh Farm ersetzt, da das Terrain hier technisch anspruchsvoller und selektiver ist.


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Lesen Sie mehr auf London 2012, Wikipedia 2012 Summer Olympic development (englisch) und Wikipedia Olympische Sommerspiele 2012.

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