April 30th, 2011 | Grüne Gebäude, Grüne Technologien, Intelligente Gebäude |

Haus aus der Fabrik © Franz Haniel & Cie. GmbH
Frühzeitig haben sich die Hersteller mit der Energieoptimierung ihrer Produkte auseinandergesetzt. Jetzt fahren sie die Ernte ein: Alte Vorurteile geraten in Vergessenheit, der Marktanteil steigt.
Die steigende Nachfrage nach Wohnhäusern mit einem unterdurchschnittlichen Energieverbrauch schlägt sich zunehmend in den Absatzzahlen der Hersteller von Fertighäusern in Holzbauweise nieder. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Baugenehmigungen für entsprechende Ein- und Zweifamilienhäuser hierzulande im Vergleich zu 2009 um 9,3 Prozent auf 13 118. Die Genehmigungen für Häuser in Massivbauweise konnten mit einem Anstieg von 4 Prozent das Tempo nicht mithalten. Dadurch erhöhte sich der Marktanteil der Holz-Fertighäuser nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) auf nunmehr 15 Prozent. Er ist damit aus dem mehrjährigen Trend zwischen 8 und 12 Prozent nach oben ausgebrochen.
Zurückzuführen ist der bemerkenswerte Vormarsch der Branche auf eine sich verändernde Wahrnehmung in der potentiellen Kundschaft der privaten Eigenheimbauer. Viele Jahre litt das Ansehen unter dem Vorurteil, Fertighäuser seien nur „Billigheimer von der Stange“. Dies beruhte auf den Erfahrungen mit Objekten, die vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren entstanden waren, als in den Zeiten akuter Wohnungsnot schnell und günstig gebaut wurde. Doch schon mit dem Ölschock in den siebziger Jahren setzte ein Umdenken in der Branche ein. Immer mehr Hersteller begannen, hochwertige Produkte anzubieten und dabei das Thema Energieverbrauch in den Vordergrund zu rücken.
In der Kundschaft fand die Energieoptimierung zunächst kaum Anklang. Doch inzwischen zahlt sich die Strategie aus. In Sachen Energieeffizienz von Gebäuden habe inzwischen eine extreme Veränderung in der Denkweise der Leute stattgefunden, sagt Johannes Schwörer, Geschäftsführer des schwäbischen Herstellers Schwörer Haus und seit November Präsident des BDF. In den Verkaufsgesprächen könnten heutzutage die Nebenkosten detailliert aufgezeigt werden. Mittlerweile biete jeder größere Hersteller eigene Energieausweise an. „Da wird ein großer Aufwand betrieben“, berichtet er. „Das geht so weit, dass jährlich von den Kunden der tatsächliche Verbrauch zurückgemeldet und mit den ursprünglichen Daten abgeglichen wird.“
Die Richtung geht in Plusenergiehaus
Vor diesem Hintergrund stimmt der BDF-Präsident auch nicht in den Chor der Kritiker an einer Verschärfung der energetischen Vorgaben über die Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ein. Vielmehr sieht er der derzeit in der Diskussion befindlichen EnEV 2012 gelassen entgegen. Holz sei ein idealer Werkstoff für eine energieeffiziente Bauweise. „Die Vorgaben erfüllen wir längst“, sagt Schwörer. „Der Fertighausbau geht schon in Richtung Plusenergiehaus.“ Damit soll nicht zuletzt der Vorsprung zum Massivhausbau gehalten werden. „Wir haben früher damit angefangen und sind nun eine Nasenlänge voraus.“
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faz.net.
April 28th, 2011 | Grüne Gebäude, Intelligente Gebäude |

© Interpane
Hier wohnt die Queen, Bankgebäude ragen empor, Theater und Kunstgalerien begeistern Menschen aus aller Welt – eine faszinierende Stadt architektonischer Gegensätze. Im historischen Viertel Southwark steht jetzt Großbritanniens erster Bürokomplex, der das international renommierte Breeam “Outstanding” rating für besonders nachhaltiges technisches Gebäudedesign erhielt. Das zehnstöckige
7 More London plante die Architektengruppe
Foster & Partners. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien, moderner Gebäudetechnik und der energetisch optimierten Sonnenschutzglas-Fassade wird der CO2-Ausstoß gering gehalten: Er liegt 74 Prozent unter der 2006 festgelegten CO2-Grenze. ipasol neutral Sonnenschutzglas von Interpane verringert das sommerliche Aufheizen der Büros und senkt so die Klimatisierungskosten.

© Interpane
Unmittelbar neben der Tower Bridge ragt die gläserne Architektur des Projektes
More London in den Himmel. Das jüngste Gebäude
7 More London – die neue Firmenzentrale von PricewaterhouseCoopers – steht im historischen, südlich der Themse gelegenen Stadtteil Southwark. Im Mittelalter noch zwielichtiges Vergnügungsviertel und Bühne für Shakespeares Theater, hat es sich über Jahrhunderte zu einem wirtschaftlich bedeutsamen Zentrum der Millionenmetropole entwickelt. Hier residieren Dienstleister und Anwälte, hier steht die Tate Modern Gallery – das weltweit größte Museum für moderne Kunst – und das Londoner Rathaus. Das “bunte” Viertel mit rund 250.000 Einwohnern steht für Fortschritt, Integrität und Aufschwung, ohne die enge Bindung zur Theaterkunst zu verlieren. Moderne Architektur fügt sich harmonisch neben Jahrhunderte alten historischen Gebäuden ins Stadtbild, ohne das Flair des Viertels zu zerstören – eine für London typische Mischung.
Das Areal
More London ist bereits seit 2003 im Aufbau. Die Bürogebäude wirken durch Glasfassaden offen, transparent und einladend.
7 More London komplettiert das Projekt. Mit mehr als 60.000 Quadratmetern hat die Gebäudefläche die Ausmaße von vier Fußballfeldern. Es will architektonisch und technisch durch seine innovative Gebäudeform überzeugen und setzt auf die konsequente Nutzung ökologischer und energiesparender Technologien und Werkstoffe; bei der 16.500 Quadratmeter großen Glasfassade wird beispielsweise das Sonnenschutzglas ipasol neutral 50/27 von Interpane verwendet.

© Interpane
Sonnenschutzglas optimiert das Gebäudeklima
Der als Vieleck angelegte Bau umschließt einen polygonalen Innenhof und ist durch mehrstöckige gläserne Skybridges verbunden. Diese sind halbmondförmig und beidseitig konkav gewölbt. Das auffällige Gebäude öffnet sich in Richtung Themse: Am Fluss flanierende Passanten erkennen die stark unterschiedlichen Gesichter des Baus: Die glatte, fließende Fassade im Innenbereich zeigt sich klar und zurückhaltend. Eine so genannte “Zig-Zag”-Fassade rund ums Gebäude ist optisch extrovertierter, denn die Oberfläche mäandriert durchgehend: ipasol neutral 50/27 kann das Aufheizen der Büroräume bei intensiver Sonneneinstrahlung reduzieren. Gleichzeitig sorgt es für neutrale Durchsicht und viel Tageslicht im Inneren (TL = 50 Prozent), elektrisches Licht muss erst verhältnismäßig spät eingeschaltet werden. Die energetischen Eigenschaften des Glases können somit dazu beitragen, die Betriebskosten des Gebäudes gering zu halten. Durch den niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert = 27 Prozent nach EN 410) bleiben die Räume auch im Hochsommer angenehm kühl und die Klimatisierungskosten sinken deutlich. Im Winter lässt ein Ug-Wert von 1,1 W/m²K (nach EN 673) zugleich eine effektive Wärmedämmung erwarten. Als Verbundsicherheitsglas erfüllt das Glas zudem einen hohen Sicherheitsstandard. Zusätzlichen Sonnenschutz an besonders heißen Sommertagen bieten vorgesetzte Aluminium-Lamellen.
Das bauphysikalisch anspruchsvolle Projekt führte als Fassadenbauer die
Seele GmbH & Co. KG aus Gersthofen aus.

© Interpane
Breeam “Outstanding” rating
7 More London wurde als erstes Gebäude in London mit dem Breeam “Outstanding” rating ausgezeichnet. Das Breeam-Verfahren wurde 1990 zur Bewertung der Nachhaltigkeit neuer Bürogebäude in Großbritannien eingeführt. Analysiert wird beispielsweise der Energie- und Ressourceneinsatz, die Raumluftqualität sowie die Durchführung und Organisation der Bautätigkeit. Um die begehrte Auszeichnung zu erhalten, musste das Gebäude strenge Vorgaben erfüllen und in der Auswertung mindestens 85 von 100 Punkten erreichen. Diese werden unter anderem in den Bereichen CO2-Emission und Energiebedarf, Recycling von Materialien, Management, Gesundheit und Komfort, Transport, Wasser und Flächenverbrauch vergeben.
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Gefunden auf
baulinks.de. Zur Presseerklärung von
PricewaterhouseCoopers LLP (englisch). Website:
morelondon.com.